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Morgen läuft das Maya-Gewaltepos "Apocalypto" an. Regisseur ist Mel Gibson. Sein Comeback ist sicher. Der Film steht in den USA auf Platz eins. Muß Mel Gibson nun bei weiteren Entgleisungen gegen Juden keine Boykotte mehr befürchten?

Es zeigt, dass dem Konsumenten das Verhalten eines Regisseurs egal ist, solange er spannende Filme produziert.
Boykotte funktionieren nur selten gut. Mel Gibson hat aber aus den Vorkommnissen gelernt und wird nie wieder Juden beleidigen.
Mel Gibson wird sich nicht ändern. Er ist halt extrem und genau deshalb ein toller Regisseur. Er kann sich alles rausnehmen.
Doch! Es gibt diese Grenze. Er darf sich keine weitere Entgleisung mehr erlauben.

Immer mehr Museen werden mit Restitutionsforderungen konfrontiert - jetzt will Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Rückgabe von Raubkunst transparenter machen. Was halten Sie davon?

Unabhängig von der Rückgabe von Kunstwerken. Es muss klar sein, woher die Kunstwerke kommen. Dann kann man immer noch entscheiden, ob sie zurückgegeben werden.
Ich bin gegen die Rückgabe von Kunstwerken wegen Dingen, die 60 oder 100 Jahre zurückliegen. Die Erwerber (Museen, Privatsammler) haben zum Teil viel Geld für die Kunstwerke bezahlt.
Das ist richtig. Die Herkunftsforschung ist wichtig. Die Kunstwerke müssen zurückgegeben werden - und nicht erst dann, wenn irgendwelche Nachkommen vor Gericht gehen.

Bundesbahnchef Hartmut Mehdorn möchte auf seinen Bahnsteigen keine Ausstellung über in der NS-Zeit ermordete Kinder zeigen. Hat er Recht?

Ja! Das Argument von Mehdorn: 'Das Thema ist viel zu ernst, als dass man sich Brötchen kauend und in Eile auf dem Weg zum Zug damit beschäftigen kann' ist richtig.
Nein! Minister Tiefensee hat Recht mit dem Argument: 'der Nationalsozialismus sei schließlich eine Diktatur des Alltags gewesen'
Keiner hat Recht aber: Brauchen wir wirklich schon wieder eine neue Ausstellung über den Holocaust? Das Thema wir nicht präsenter, indem man es inflationiert.

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